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Reinhard Lütjen
Psychosen verstehen
Modelle der Subjektorientierung und ihre Bedeutung für die Praxis
„Psychiatrische Patienten oder Klienten sind aktive Sinngestalter ihres Lebens wie jeder andere Mensch auch. Sie sind Subjekte mit eigenen Deutungsmustern für ihre individuellen Erfahrungen, keine von außen steuer- und kontrollierbaren Objekte. So gesehen, führt eine Psychose nicht nur zum Zusammenbrechen psychischer Funktionen, sondern sie ist gleichzeitig als ein subjektiver Lösungs- oder Bewältigungsversuch aufzufassen.“
Mit diesem Verständnis von Krankheit und Gesundheit haben sich zahlreiche Theoretiker beschäftigt und dazu die verschiedensten Modelle entwickelt. In diesem Buch werden die Ansätze von Laing, Ciompi, Mentzos, Wulff und Bock und ihre existenzialistischen, systemtheoretischen, psychoanalytischen, ethnospsychiatrischen und anthropologischen Stränge der Subjektorientierung vorgestellt. Es sind allesamt Theoretiker, die großen Einfluss auf die psychiatrische Praxis hatten oder haben. Ihre Namen verbinden sich z.B. mit dem Ende der Anstalten, der Soteria und den Psychose-Seminaren. Das Buch bietet deshalb nicht nur einen Überblick über die Theorien der Subjektorientierung, sondern es dient gleichzeitig als Klärungshilfe für den Alltag: Subjektorientierung kann neue Zugänge schaffen bei Fragen der Rehabilitation, des Wohnens und der Therapie.
Inhaltsverzeichnis:
- Einleitung
- Herr A. Autofahren ohne Motor
- Subjekt und Subjekt-Sein
- Subjektorientierung: Ein neuer, noch ungeklärter Begriff in der Sozialpsychiatrie
- Subjekt sein: Erleben, handeln, leiden, zerbrechen, bewältigen
- Entschwinden des Subjekts in der Postmoderne?
- Aufhebung des Subjekts durch die Hirnforschung?
- Das Subjekt nach wie vor die nicht hintergehbare Basis individueller Erfahrung
- Geschlechtsspezifische Perspektive
- Intersubjektivität
- Frau S.
- Subjektivität als Dialog
- Anerkennung des anderen: Intersubjektive Psychoanalyse
- Anerkennung und Zerstörung
- Überleitung Theoriemodelle zur Subjektorientierung
- Ronald D. Laing: Vom geteilten Selbst zur Antipsychiatrie Existenzialismus und Psychose
- A Theoriemodell
- B Vertiefung
- C Menschen- und Psychosebild
- D Praxis
- Luc Ciompi: Von der Affektlogik zur Soteria Systemtheorie und Psychose
- A Theoriemodell
- B Vertiefung
- C Menschen- und Psychosebild
- D Praxis
- Stavros Mentzos: Von der Konflikttheorie zur psychodynamischen Psychiatrie Psychoanalyse und Psychose
- A Theoriemodell
- B Vertiefung
- C Menschen- und Psychosebild
- D Praxis
- Erich Wulff: Von der Ethnopsychiatrie zur Wahnsinnslogik Tätigkeitstheorie und Psychose
- A Theoriemodell
- B Vertiefung
- C Menschen- und Psychosebild
- D Praxis
- Thomas Bock: Vom „Stimmenreich“ zum Trialog Anthropologie und Psychose
- A Theoriemodell
- B Vertiefung
- C Menschen- und Psychosebild
- D Praxis
- Selbstklärung statt Fremdklärung
- Frau V.: Eine Kugel öffnet sich
- Selbstklärung Ziel subjektorientierter Psychiatrie
- Prämisse: Unterstellen von „guten Gründen“
- Psychotische Lebensbewältigung subjektorientiert begreifen: Identitätsschutz und Identitätserweiterung
- Praxisperspektiven
- Subjektorientierung als Haltung
- Personenzentrierter Ansatz: Individuelle Gestaltung der Hilfeplanung
- Psychoedukation: Schulung von Patienten oder bildung für Klienten?
- Trialog: Expertinnen und Experten tauschen sich aus
- Subjektorientierung und Umgang mit „Unfreiwilligkeit“
- Subjektorientierte Gespräche
- Danksagung
- Literatur
- Der Autor
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